Vorbereitung und Bestattung des Leichnams
In allen Gesellschaften wird der Leichnam in einer kulturell bestimmten Art und Weise vorbereitet, bevor er endgültig bestattet wird. Archäologische Funde zeigen, dass bereits die Neandertaler die Bestattung ihrer Toten ritualisiert hatten. Häufig wird der Leichnam gewaschen, speziell gekleidet oder mit Zierrat, religiösen Objekten oder Amuletten geschmückt. Die umfassendste Behandlung des Leichnams ist die Einbalsamierung. Die Bewohner des antiken Ägyptens glaubten, dass der Körper unversehrt sein müsse, damit die Seele ins Totenreich gelangen könne. Um den Leichnam konservieren zu können, entwickelten sie Techniken der Mumifizierung.
Die unterschiedlichen Bestattungsweisen hängen mit religiösen Überzeugungen, klimatischen und geographischen Gegebenheiten und dem sozialen Status zusammen. Wird der Tote begraben (Begräbnis), so steht dies meist mit einem Ahnenkult oder einem Jenseitsglauben in Verbindung. Die Feuerbestattung wird manchmal als Befreiung der Seele des Verstorbenen verstanden. Die weit verbreitete Praxis der Luftbestattung mag in arktischen Regionen mit ihren ganzjährig gefrorenen Böden lediglich das Begräbnis ersetzen. Weniger verbreitet sind die Wasserbestattung (Seemannsgrab), die Praxis, den Leichnam in einem Boot übers Meer auf die Reise ins Totenreich zu schicken.