Kolumbarien

Kolumbarien oder Urnennischenwände werden gegenwärtig unter den Vorzeichen steigenden Kostendrucks als platzsparende und pflegeleichte Alternativen zum herkömmlichen Erdgrab angeboten, teilweise sogar propagiert. Dabei ist vorauszuschicken, dass Kolumbarien derzeit überwiegend für Urnenbeisetzungen verwendet werden, während Sargbestattungen in solchen Anlagen immer noch die Ausnahme darstellen. Im folgenden soll also die Urnennischenwand oder -mauer, synonym für Kolumbarium gebraucht, lediglich als Beisetzungsort für Urnen berücksichtigt werden. Die Beurteilung solcher Anlagen geschieht verständlicherweise meist aus dem Blickwinkel der dabei handelnden Personen, der Politiker, die glauben, hier einen von der Bevölkerung artikulierten Bedarf befriedigen zu müssen, der Friedhofsträger, die politischen Vorgaben folgen sollen oder wollen und dabei notwendige Flächeneinsparungen erwarten, und der beteiligten Gewerbe - Grabmalschaffende und Friedhofsgärtner -, die eine Reduzierung ihrer Verdienstmöglichkeiten befürchten. Dementsprechend kommt es gleichermaßen zu Befürwortungen oder Ablehnungen dieser Grabarten, während die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzungsberechtigten ebenso wenig berücksichtigt werden wie die kulturellen Belange, und schließlich wird bisweilen auch nicht mit der notwendigen praktischen Weitsicht argumentiert.

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